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banner wir haben es satt 

Am 19. Januar fand in Berlin die Agrardemonstration „Wir-haben-es-satt“ statt. Wir Freiwilligendienst-ler haben es uns zur Aufgabe gemacht die Naturschutzjugend aus NRW lautstark zu vertreten.

Durch die freundliche Unterstützung des NABU Coesfeld war es uns möglich die Reise in einer größeren Gemeinschaft aus Aktiven und Interessierten anzutreten. Samstagmorgen um 5Uhr kam der Bus in Münster an, fuhr zum letzten Sammelplatz in Warendorf und machte sich auf den Weg nach Berlin. Um 11Uhr vormittags kam unsere Gruppe ausgeschlafen und voller Tatendrang in Berlin an.

In der Bundesgeschäftsstelle des NABU und der NAJU hatten wir die Möglichkeit uns mit Heißgetränken, liebevoll zubereiteten Lunchpaketen zu stärken und unser Gepäck zu deponieren. Der NABU war für alle Fälle vorbereitet. Wir alle hatten die Möglichkeit Schilder, Banner und Leibchen mit der Aufschrift „NABU“ auszuleihen und somit unsere Zugehörigkeit kenntlich zu machen.

Wir gingen zusammen als NABU- und NAJU-Gruppe zum Treffpunkt am Washingtonplatz. Fast die gesamte Strecke vom Hauptbahnhof bis zum Bundeskanzleramt war von Treckern gesäumt. Nahezu an jedem Traktor waren Schilder befestigt, die die Position der Landwirte in ganz Deutschland wiederspiegelt. Auf dem Washingtonplatz selbst sah man eine bunte Menge verschiedener Interessensgruppen und Vereine, die darauf warteten loszugehen.

Washingtonplatz

Vorne mit dabei waren wir als mengenmäßig große Vertreter des Naturschutzes. Doch auch andere Gruppen wie Landwirte und Imker in voller Arbeitsmontur waren zahlreich vertreten. Schon bevor sich der Pulk in Bewegung setzte hallte „Wir haben es satt!“ durch die Straßen Berlins.


                                                                                                                                                                        naju     fahne     imker

Für uns war es sehr erfrischend die „NAJUs“ und „NABUs“ aus Berlin im Rahmen dieser Veranstaltung persönlich kennen zu lernen und zusammen „Flagge zeigen“. Zusammen liefen wir vom Hauptbahnhof aus am Kapelleufer entlang über die Rheinhardstraße und kamen immer mehr in Demo-Stimmung. Angekommen an der Friedrichstraße gesellten sich kleinere Gruppen zu uns, die ihre Meinungen mit Parolen wie „Tiere melken ist asozial“ publizierten. Besonders lautstark wurde es als wir an der Filiale einer namenhaften Fastfoodkette vorbeiliefen.

                                                                                                                                                                        BGS     friedrichstr    

Auf der Dorotheenstraße ging es mit mehr oder weniger erstaunlichen Bildern weiter. Vor der Geschäftsstelle der FDP versammelten sich „Naturfreunde“, die mit ihrem Banner für allgemeinen Jubel der Demonstranten sorgten.

fdp banner

Auf dem letzten Stück der Route überwog die gute Laune. Über 20.000 Demonstranten, darunter Aktivisten, Interessierte und viele Schaulustige hatten es satt. Der Wagen des BUND hat diesen Moment mit dem Song „Du schreibst Geschichte“ (Madsen) einzigartig untermalt. Beim Überqueren der Spree vom Kapelleufer zum Spreebogenpark mündete die Route langsam aus und wir alle spürten, dass sich etwas bewegt – die Brücke unter uns begann zu beben! So hat sich gezeigt, dass wir alle gemeinsam etwas bewegen können und hoffentlich bleibt es nicht allein bei der Brücke!

Nachdem wir uns am Bundeskanzleramt langsam auftrennten, lauschten wir aufmerksam den Ansprachen diverser Redner. Ich begab mich im Anschluss wieder zur Bundesgeschäftsstelle des NABU, um mich dort über das freudige Ereignis austauschen zu können. Viele Teilnehmer waren sehr begeistert von der Umsetzung des Protests. Marius und ich konnten uns diesen Meinungen nur anschließen und fuhren mit einem durchweg positiven Fazit zurück nach Düsseldorf.

Wir würden definitiv wieder eine solche Reise auf uns nehmen, um eine so grandiose Aktion zu unterstützen. Am Ende bleibt nicht nur die Erinnerung an die Demonstration selbst, sondern auch das Wissen darum, dass wir ein wenig mehr von der Welt gesehen haben.

An dieser Stelle wollen wir uns noch einmal recht herzlich bei Rainer Gildhuis von der NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V. bedanken. Ohne seine liebevolle Planung hätten wir nicht an dieser grandiosen Veranstaltungen teilnehmen können!

Bericht und Fotos: Tamara Elaine Reuter