Wir bauen einen Untersuchungsstricher

Material:

Schreibtischlampe, dunkle Pappe (von einer Seite glatt), Klebeband, Glas, Küchensieb, Lupen oder Binokular

Vorbereitung:

Sammelt gemeinsam Laubstreu aus dem Wald.

Durchführung:

Baut den Sammeltrichter nach der angeführten Zeichnung. Gebt die Laubstreu mit den Tieren in den Trichter. Schaltet das Licht an. Die Waldtierchen flüchten vor dem Licht, da sie als Bodentiere lichtempfindlich sind. Die Tiere gelangen in das Glas, welches wir mit

feuchter Zeitung füllen müssen, damit die Tiere nicht verenden. Auch das Laub stets feucht halten.

Anmerkung:

Eine gute Methode, um systematisch die Insekten im Boden zu erfassen. Anhand eines vereinfachten Bestimmungsschlüssels können wir mehr über die verschiedenen Arten erfahren.

Das NacktKäferWurm-Spiel: ein lustiges Würfelspiel um Bodentiere

Material:

2 Kopien des Arbeitsblattes, 2 DIN A4- Bögen Pappe, Schere Klebstoff (lösungsmittelfrei), unlackierte Buntstifte, ein Würfel.

Vorbereitung:

2-6 Spieler ab 5 Jahre.

Das Zusammenbasteln geht so:

Die Arbeitsblätter auf die Pappe kleben, anmalen (dabei sollen die gleichen Tiere der 2 Arbeitsblätter am unterschiedlich gefärbten Hintergrund zu unterscheiden sein) und die Karten ausschneiden. Auf die Rückseite wird jeweils ein Würfelsymbol gemalt, und zwar:

  1. Kopf
  2. Rumpf
  3. Schwanz/Körperende
  4. Name

Wie die Tiere gefärbt sind, kann man z.B. in einem Bestimmungsbuch nachschlagen.

Durchführung:

Das Spiel wird nach folgenden Spielregeln gespielt: Zunächst werden alle Karten entsprechend der umseitigen Nummerierung (14) verdeckt aufgestapelt und durchmischt. Nun kann das Spiel beginnen.Es wird reihum je 1x gewürfelt, der Spieler mit der höchsten Augenzahlbeginnt oder der Verlierer der Vorrunde oder ...

Für eine gewürfelte 1,2,3 oder 4 darf eine Karte von dem Stapel mit dem entsprechenden Würfelsymbol genommen werden (sofern noch vorhanden) bei einer 5 passiert gar nichts, bei einer 6 darf eine Karte von jedem (noch vorhandenen) Stapel genommen werden. Sind alle Karten aufgenommen, versuchen die Mitspieler aus ihren Karten möglichst originelle Fantasietiere zusammenzusetzen (z.B.: eine Nacktschnecke mit Regenwurmkopf, Laufkäferkörper und Spinnenende, also immer je einem der 4 verschiedenen Kartentypen). Schließlich zählt jedes vollständige Bodentier einen Punkt, unvollständige können leider nicht gewertet werden.

Dann beginnt die 2. Spielrunde:

Die Würfelregeln sind die gleichen, nur daß jetzt nicht mehr reihum Karten aus der Mitte genommen werden (da sind ja auch keine mehr), sondern die Karten werden jetzt den Mitspielern weggenommen. Diesmal kommt es darauf an, aus den Fantasietieren richtige Lebewesen zu machen.

Wichtige Regeln dabei:

- Jeder Mitspieler hat seine Karten offen vor sich liegen.

- Es dürfen nur Karten von Tieren genommen werden, von denen man mind. ein Teil bereits besitzt

(Wichtig: Karten mit unterschiedlich gefärbtem Hintergrund gehören zu verschiedenen Tieren und dürfen nicht kombiniert werden.)

Sind alle Tiere korrekt zusammengesetzt, wird je Tier ein Punkt vergeben.

Die Punkte werden zu denen der ersten Runde dazugezählt. Gewonnen hat der Spieler mit den meisten Gesamtpunkten. Dann kann eine neue Runde beginnen.

Anmerkung:

Das Spiel ist gut dazu geeignet, sich auf lustige Art und Weise mit den Bodenlebewesen zu beschäftigen.

Arbeitsblatt wird noch hinzugefügt!

Ein Tarnspiel im Laub

Material:

Keines

Vorbereitung:

Einen Wald mit einer hohen Laubschicht auf dem Boden suchen.

Durchführung:

Die Kinder graben sich selber im Laub ein oder werden von den anderen Kindern eingegraben. Nur der Kopf schaut noch aus dem Laub heraus. Das ganze kann auch noch zu einem Such- oder Versteckspiel umgebildet werden. Im Mittelpunkt soll jedoch das Erlebnis stehen, einmal dem Boden gleich zu sein und mitten im Laub von vielen Krabbeltieren umgeben zu sein.

Anmerkung:

Ein Spiel, bei dem es darauf ankommt, die Natur auf sich wirken zu lassen. Dem Spiel könnte sich eine Laubschiacht anschließen. Was man jedoch nicht vergessen sollte: Über die Erlebnisse ,,unterm Laub" zu sprechen. Das Spiel lasst sich gut in ein Such- oder Versteckspiel einbetten.

,Auf jetzt, Vater wartet draußen!" Mit Murren ziehen David und Corinna die Gummistiefel an. ,,Kompost umsetzen, jedes Jahr dasselbe! Im letzten Jahr waren noch die glitschigen Bananenschalen drin." ,,Und die Würmer und anderen Viecher überall, ekelhaft." Die Geschwister gehen in den Garten, wo ihr Vater schon bis zu den Knien im Komposthaufen steht und alles auf einen anderen Haufen schaufelt, um Platz für die neuen Garten- und Küchenabfälle zu schaffen. Mit gerümpften Nasen steigen die Kinder ihm nach und beginnen ihm zu helfen. Der Vater lächelt erst über ihre Gesichter, versucht sie dann aber davon zu überzeugen, wie geschickt die Natur es eingerichtet hat, die verbrauchten Materialien so gut wieder zu verwenden. ,,Am tollsten sind die Regenwürmer. Sie fressen Laub und alle möglichen Pflanzenreste, verdauen sie, und was sie dann hinterlassen ist gute Blumenerde." Wieder rümpfen die Kinder die Nase, aber bevor der Vater weitersprechen kann, klingelt das Telefon, und er läuft ins Haus. ,,Schau", meint David immer noch etwas verächtlich, ,,da ist schon wieder so ein Wurm". ,,Aber schau mal, ein ganz dicker diesmal!" ruft Corinna, ,jetzt kriecht er in ein Loch, da hat er sicher sein Haus mit seiner Familie". Der Wurm schien sich sehr zu beeilen. Die Geschwister greifen nach ihm und sehen gerade noch sein Hinterende verschwinden. David beugt sich so nah an das Loch, dass seine Nase erdschwarz wird. ,,Siehst Du die Wohnung?" ,,Nein, es ist zu dunkel da drin,... aber warte mal - ich glaube, ich höre da so ein Brummeln..." Und dann wurden die Augen der Kinder, die sich nun beide über das Loch beugten ganz groß..." ,,Pustekuchen Wohnung", schimpfte da eine feine Stimme, ,,die habt ihr gerade zerhackt. Na ja, gut gemeint war es ja vielleicht. Mal schaun, vielleicht tut es dieses Loch ja auch. Jetzt im Herbst ist es ja so wichtig, ein Versteck zu haben. Wenn ich an den Winter denke, werde ich schon ganz müde." Der Wurm gähnte und hatte die Kinder schon wieder ganz vergessen, die mit immer noch ganz gespannt lauschten. ,,Wenn ich da ans letzte Jahr denke, an meinen ersten Winter. Ich war noch jung und musste mich beeilen, einen Gang zu graben, der tief genug war, um mich vor der hereinbre­chenden Kälte zu schützen. Zum Glück fing der Winter mild an, und ich konnte immer wieder in den warmen Kompost kriechen und mich stärken. Schließlich bereitete ich mich auf die ruhige Zeit vor. Meine Höhle war inzwischen fast 2 Meter tief und ich hatte sie mit verdauter Erde gefestigt, damit sie mir nicht über dem Kopf zusammenbrechen konnte." Der Wurm lächelte nun, weil er daran denken musste, wie schwer es am Anfang war, in die gemütliche Wurmschlafstellung zu kommen. ,,Diese Knotenbildung! Am Anfang dachte ich, ich hätte mich endgültig verknotet, aber schließlich bin ich doch wieder losgekommen und dann habe ich endlich gelernt, wie man's macht!" Mit trauriger Stimme führ er fort: ,,Ach, und dann das Warten auf den Frühling! Ich dachte, es würde gar nicht mehr warm. Ich war so mager, dass ich kaum mehr kriechen konnte. Und dann, als ich aus meinem Loch wollte, konnte ich nicht, weil die Menschen so eine große orangefarbene Kugel darauf gelegt hatten." Corinna und David sahen sich erschrocken an. Ob der Wurm den großen Kürbis meinte, in den sie Gesichter geschnitzt und den sie dann liegen gelassen hatten, bis Mutter ihn irgendwann auf den Kompost geworfen hatte? Aber der Wurm fährt schon wieder mit heiterer Stimme fort: ,,Da ist mir dann ja die tolle Idee gekommen, mich einfach durchzufressen. Geschmeckt hat der!" Jetzt erst, als sie sich danach umsahen, fiel den Geschwistern auf, dass der Kürbis verschwunden war. ,,Toll!", entfuhr es Corinna, die den Kopf dicht über dem Loch hatte, und für kurze Zeit war es still. Die Kinder warteten eine Weile und bald darauf hörten sie leiser - tiefer aus der Erde - wieder die zarte Stimme. Der Wurm hatte wohl gerade davon gesprochen, wie er seinen Traumwurm gefunden hatte. Nun erinnerte er sich daran, wie stolz er gewesen war, als er den Kokon mit den Wurmkindern ins feuchte Erdreich gesteckt hatte. ,,Schön ist es hier unten. Wenn ich da an den letz­ten Ausflug nach oben denke. Diese Hitze draußen! Andere Lebewesen bekommen ja wohl Sonnenbrand, aber ich muss immer gleich um mein Leben fürchten, wenn ich an die Erdoberfläche komme. Und die vielen Vögel, die nur darauf warten ein Stück von mir abzuhacken." Nun weinte der Wurm ein wenig; er musste wohl an sein Hinterteil denken, daß er freiwillig abgeworfen hatte, um eine Amsel zu verwirren, die gerade nach ihm schnappen wollte. ,,Immerhin hat es gewirkt, sie hat wirklich nur das letzte Stück erwischt, aber ganz richtig nachgewachsen ist mein Hinterteil doch nie." Er rieb sich seinen Schwanz, aber das sa­hen die Kinder natürlich nicht. ,,Na ja, seitdem verlasse ich mein Lech nur noch, wenn mir hier unten das Futter ausgeht. Aber das passiert in diesem schönen Komposthaufen ja fast nie. Die Menschen essen ja Berge von Gemüse..." An dieser Stelle mussten die beiden Kinder so laut kichern, dass der Wurm sich erschrocken in die Tiefen seiner Höhle zu­rückzog. Vielleicht war er auch beleidigt. David und Corinna hörten jedenfalls nichts mehr von ihm, obwohl sie von nun an jede Gelegenheit nutzen beim Kompostieren zu helfen.

Anmerkung:

Die Geschichte eignet sich als Einstieg in das Thema Regenwürmer. Unterhalten kann man sich z.B. über folgende Punkte:

  • Vermehrung der Regenwürmer (Zwitter)
  • Entstehen 2 Würmer, wenn man einen zerschneidet?
  • Kann nur das Hinterende nachgebildet werden, wenn das Vorderende nicht lang genug ist, sterben beide Teile?
  • Überwinterung, ,,Übersommerung" (,,Verknotet" in bis zu 2m tiefen Erdröhren)
  • Geräusche (sie sind taub und stumm, können aber gut Erschütterungen wahrnehmen)
  • Fortbewegung (dicken Regenwurm in die Hand nehmen und vorsichtig von hinten nach vorne streichen, Widerstand entsteht durch Borstenpaare, 4 pro Körperring, mit denen sie sich z.B. in der Röhre hochstemmen)
  • Leistungen für die Bodenverbesserung:
    Düngung (Kot)
    Durchlüftung (Röhren)
    Bewässerung (Röhren)
    Durchmischung (Grabetätigkeit)

Anschließend kann man die Tiere eine Zeit lang in einem Regenwurmschaukasten halten und beobachten (Aktionsidee boden), selbst einen Kompost anlegen,...

 

Literatur:

z.B. Ursula Meinhurdt, Mies über Regenwürmer, Kosmos Verlag.

Neben dem Wasser gehört der Boden zu den Lebensgrundlagen vieler Lebewesen. Auf dem Boden werden unsere Lebensmittel produziert, auf dem Böden werden Mülldeponien angelegt, doch der Boden ist mehr als Dreck. Der Boden ist Lebensraum vieler Tiere, in einem Fingerhut voller Boden leben mehr Tiere als Menschen auf der ganzen Erde! Den Kindern sollte erst einmal der Boden als wichtiger Lebensraum bewusst gemacht werden: Wer weiß, was an Leben im Boden ist, der wird hoffentlich auch pfleglicher mit ihm umgehen.

Es kann schon faszinierend sein, was für verschiedene Bodentypen es gibt, was an Tieren im Boden lebt und welche Kreisläufe im Boden existieren. Dabei ist es oft gar nicht notwendig, die Prozesse im Boden chemisch zu erklären und in Formeln pressen zu wollen. Was Kinder begeistert und was sie eine Beziehung zum Boden gewinnen lässt, sind die vielen kleinen Erlebnisse (z.B. zu sehen, wie eine Assel ihre Jungen unterm Bauch mit sich herumschleppt, zu testen, wie ein Regenwurm das Laub und den Kompost zu fruchtbarer Erde verarbeitet). Boden ist mehr als der Dreck der nach der Exkursion unter den Schuhen klebt, Boden ist mehr als der Sand, der zu Hause auf der Treppe liegt - Boden ist Leben, dies soll den Kindern bewusst werden bei den vielen Aktionen.