Spiel um Arten im Bach

Material:

Abbildungen von Wassertieren, Pappe, Kronkorken, Magnet, Kordel, Holzstab, Karton, Malsachen, Schere, Kleber

Vorbereitung:

Abbildungen von Tieren der Gewässer kopieren.

Durchführung:

Die Abbildungen werden ausgeschnitten und von den Kindern auf Pappe geklebt. Auf jedes ,Papptier' wird ein Kronkorken befestigt. Alle Tierabbildungen werden in den Karton, den man sinnigerweise vorher noch zu einem Gewässer gestalten kann, gegeben. Nun können die Kinder der Reihe nach aus dem Karton mit Hilfe einer Magnetangel, die man sich aus Holzstab, Kordel und Magnet bastelt, die Tiere herausfischen.

Anmerkung:

Dieses Spiel eignet sich sehr gut zur Vor- bzw. Nachbereitung von biologischen Gewässeruntersuchungen. Arten können anhand dieses Spiels vorgestellt werden. Die Artabbildungen können auch gut für große Gewässerposter verwandt werden.

Ein Spiel mit viel Geblubber um Wassertiere

Material:

Schere, Streichhölzer

Vorbereitung:

Die Zündköpfe der Streichhölzer abschneiden.

Durchrührung:

Jeder Teilnehmer bekommt einen präparierten Streichholz, den er sich zwischen die Schneidezähne des Ober- und Unterkiefers steckt (also eine Art Maulsperre). Der Reihe nach erzählen die Teilnehmer, was für ein Wassertier sie sind. Der erste Teilnehmer wird dabei vom zweiten gefragt (mit Streichholz zwischen den Zähnen): ,Was bist Du für ein Wassertier". Der erste antwortet (irgendein Wassertier nennend und dabei natürlich mit den Streichhölzern im Mund): ,,Ein Bachflohkrebs". Der zweite wiederholt den Begriff noch mal mit Maulsperren. Nun können ja alle mal raten, was gemeint war. Der Reihe nach geht die Fragerei weiter und manch ein Artname wird total falsch verstanden und man hat einen Riesenspaß.

Anmerkung:

Ein witziges Spiel um Artenkenntnis für bestimmte Biotoptypen aufzufrischen. Man muss darauf achten, dass die Kinder sich nicht durch die Streichhölzer verletzen. Nicht bei allen Kindern bekannte Arten sollten noch einmal vorgestellt werden.

Es war ein wunderschöner Julitag, als ich wieder zum Twachtsee kam. Auf den ersten Blick war ich enttäuscht: Wo sind die vielen Tiere ge­blieben, die sich hier sonst immer tummelten? Nur hin und wieder sprang ein kleiner Fisch und hinterließ größer werdende Kreise auf der Wasseroberfläche. Ich setzte mich versteckt an das Ufer, teilweise ver­deckt von einem kleinen Weidenbusch. Doch ich suchte mit dem Fernglas vergebens nach Enten oder gar dem Eisvogel - nur die Mücken surrten um meinen Kopf So legte ich bald mein Fernglas zur Seite und genoss Sonne und Ruhe, hier war ein Plätzchen, wo kaum Spaziergän­ger, Angler, Surfer oder andere Leute vorbeikarnen.

Mitten in meine Träumereien platzte ein riesiges, fliegendes Tier; Es flog mit knisternden Flügeln über der Wasseroberfläche hin und her, entfernte sich etwas von meinem Versteck, kehrte wieder. Bald nach seinem Erscheinen ließ es sich auf einem Rohrstängel nieder, der im Wasser schwamm. Ml die vielen Fliegen, Mücken und anderen Insek­ten, die es sonst mit seinen Beinen fangt und mit den großen Mund-Werkzeugen zerstückelt, um sie dann zu fressen, ließ es jetzt völlig un­beachtet. Stattdessen tauchte es seinen Hinterleib unter Wasser. Was nun geschah, konnte ich nur erraten, denn es blieb unsichtbar, ich hatte jedoch einiges über das Leben der Libellen gelesen. Diese bohren Stängel an und legen ihre Eier in die Höhlungen. So bohrte auch dieses wunderschöne Insekt ein Loch nach dem anderen, bis es sich schließlich erhob und davon schwirrte.

So beginnt ein jedes Libellenleben als Ei im Wasser. Ich machte mich auf und suchte noch andere Zeichen vom Leben und der Entwicklung der Libellen, die ja ihre Larvenzeit und damit den größten Teil ihres Lebens im Wasser verbringen. An Binsenhalmen fand ich schließlich, was ich suchte: Viele leere und auch verschiedene Libellenlarvenhäute, woraus die Libellen am Ende ihrer Larvenzeit als fertiges Insekt schlüpften. Durch Zufall fand ich sogar eine Larve auf einem Blatt di­rekt am Ufer. Neugierig beobachtete ich die Libellenlarve, die da dem Wasser entstiegen war. Da saß sie nun in ihrer unheimlichen, gräuli­chen Haut, die nicht mehr so recht passen wollte, und reckte sich. Auf einmal platzte die Haut auf dem Rücken, der Riss wurde immer größer, und die Brust der Libelle schob sich mit zusammengefalteten Flügeln hervor - ein unförmiges Etwas. Darm kam auch der Kopf zum Vorschein und kurz darauf die Beine, und dann trat der Körper langsam aus der Larvenhülle hervor. Die frisch geschlüpfte Libelle bewegte ihren Hinterleib, langsam, als wenn sie ganz erschöpft wäre, aber dennoch kräftig und ausdauernd. Dabei schwoll dieser mehr und mehr an. Ge­nauso wurden die Flügel immer größer und entfalteten sich. Noch im­mer pumpte die Libelle Luft in ihren Körper. Die Flügel glänzten rich­tig im Sonnenlicht. Nach einer halben Stunde endlich hatte sich die nun fertige Libelle von den Strapazen des Schlüpfens erholt, die Flügel wa­ren in der Sonne getrocknet, und der Außenpanzer war etwas fester ge­worden, und die nun fertige Libelle flog zum ersten Mal um den Twachtsee herum.

Anmerkung:

Sprecht über:

  • Die Entwicklung und die Verwandlung der Libellen.
  • Sucht gemeinsam Libellenlarvenhäute (meist an Stängeln von Wasserpflanzen an Teichen) und betrachtet sie gemeinsam.
  • Das hervorragende Sehvermögen der erwachsenen Libellen. Bitte einzelne Kinder, sich sitzenden Libellen zu nähern, um sie genau zu betrachten. Es wird nur in den wenigsten Fällen, nämlich, wenn die Kinder sich ganz langsam nähern, möglich sein, da die Libellen sie meist sehen und davonfliegen. Libellen haben übrigens ein Gesichtsfeld von fast 360°.
  • Die räuberische Lebensweise der Larven und erwachsenen Tiere, die uns aber nichts tun. Sie können übrigens nicht stechen (Der ,,Stachel" ist die Legeröhre des Weibchens), die Großlibellen können aber beißen, wenn man sie in die Hand nimmt.
  • Versucht nicht, Libellen zu fangen. Zum einen ist es sehr schwierig, zum anderen ist die Gefahr, die Flügel zu verletzen, zu groß.
  • Die Gefährdung der Libellen, hauptsächlich durch den Verlust ihrer Laichgewässer.

,,Wasser ist Leben'~, für viele Leute ein leicht dahergesagter Spruch, den sie nur selten mit Inhalt füllen können. Wasser ist das wichtigste Lebensmittel für uns Menschen. Wasser ist Transportmittel für Gifte. Wasser ist eine willkommene Abkühlung im Sommer. Wasser ist Kühlmittel für Kraftwerke. Wasser ist Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Wasser wird in Flussbetten eingeengt - wird zum Hochwasser, das zerstört

Also es gibt vieles über Wasser zu sagen. Doch eines steht fest, noch nie war Wasser so bedroht wie heute. Darum ist es auch bei diesem Thema wichtig, erst einmal wieder bei den Kindern ein ,,richtiges" Verhältnis zum Element Wasser herbeizuführen. Bei den Aktionen mit Wasser kann man einmal die Aktionen unterscheiden, die sich mit Wasser als Lebensraum beschäftigen und andererseits die Aktionen, die sich mit Wasserschutz als Umweltschutz befassen. Doch eigentlich ist beides nicht auseinander zuhalten. Wer sich um den Schutz von Wasser bemüht, muss in den eigenen vier Wänden - also auch im Gruppenraum - damit anfangen. Auch der Schutz von Gewässern als Lebensraum hat höchste Priorität bei Aktionen, die sich mit Wasser beschäftigen:

Bei der Gewässeruntersuchung ist darauf zu achten, dass das Ufer nicht zertreten wird, beim Boote-schwinmenlassen darf man keine Wasservögel stören usw.. Manche Aktionen widmen sich in besonderer Weise speziellen Arten des Gewässers (Amphibien...). Manch ein Spiel und manche Bastelidee haben wir aufgenommen, auch wenn sie nur im entferntesten an Wasser erinnert. Naturschutzkindergruppen dürfen nämlich nicht als bloße Orte der Wissensvermittlung missverstanden werden, vielmehr soll auch die gemeinsame Freude im Mittelpunkt stehen. Warum dann nicht mal ein Spiel spielen; umso besser wenn es noch etwas mit dem Thema zu tun hat. Na gut, genug Geblubber, steigt einfach ein in dieses wirklich sehr interessante Thema.

Petra war gerade aus der Schule gekommen. Es war Nachmittag, die Sonne schien. Sie ging in den Garten und legte sich ins Gras. Groß war der Garten nicht -12 Schritte lang und 12 Schritte breit. Mitten darin stand ein einziger Apfelbaum, mit dicken, knorrigen Ästen und schö­nen, rosa Blüten. Auf seinen Zweigen sang eine Amsel. Sie saß oft dort, und Petra hoffte, dass sie auch in dem Baum brütete.

Die Nachbarn hatten ihre Bäume schon lange abgeschlagen. Sie hatten sich gewundert, warum Petras Eltern ihren Baum stehen ließen. ,,Er macht doch Schatten", sagten sie, ,,und das viele Laub im Herbst". Petra schaute ins Geäst des Apfelbaumes. Die Blätter bewegten sich im Wind, und ein Sonnenstrahl, der den Weg durch all die Blätter gefunden hatte, kitzelte sie an der Nase.

,,Petra", quakte plötzlich jemand neben ihr. ,,Du kennst mich doch?!" ,,Ich soll Dich kennen? Wo bist Du denn eigentlich?" Und - plumps - sprang der große Frosch Petra auf den Bauch. ,,Ach, Du bist es", rief Petra, ,,der Oberfrosch vom Krötenloch". ,,Wir sind doch alte Freunde." Petra nickte. ,,Hör Petra!", sagte der Frosch. ,,Ich - wir haben große Sorgen, und des­halb bin ich den weiten, gefährlichen Weg zu Dir gehopst!" ,,Sorgen?", lachte Petra, ,,Sorgen? - Was für Sorgen kann ein Frosch schon haben. Die Störche sind doch alle ausgestorben, und zur Schule müsst Ihr auch nicht. Weißt Du was, ich wollt, ich könnte mich in einen Frosch verwandeln." ,,Sag das nicht", sagte Dicki, der Oberfrosch, ,,ein Froschleben ist heut­zutage schlimmer als ein Hundeleben." ,,Ich finde es schön drunten am Waldtümpel, wenn die Sonne scheint und Ihr Frösche quakt. Ach,", unterbrach sich Petra, ,,du kommst wegen der Kaulquappen, die wir Kinder jedes Jahr dort fangen." ,,Schlimmer", sagte der Frosch, ,,viel schlimmer. Es ist so schlimm, dass ich schon beim Bürgermeister gewesen bin. Es war gefährlich und ein anstrengender Weg, aber die anderen Frösche hatten mich gewählt. Die vielen Autos und dann die Leute - zwischen all den Füßen und Beinen! Aber stell Dir vor, die Menschen haben mich nicht einmal bis zum Bür­germeisterzimmer gelassen. Die Frau im Rathaus zuckte immer nur mit den Schultern. Ich glaube fast, sie traute sich nicht zu sagen, dass ein Frosch zum Bürgermeister wollte."

,,Ja, aber was wolltest du denn in der Stadt?" wollte Petra wissen. ,,Klagen wollten wir, uns beschweren. Es ist nämlich etwas Schreckli­ches geschehen.",,Um Gottes Willen, erzähl!",,Zuerst war es wie alle Jahre. So im März oder April schien die Sonne kräftiger, die Strahlen drangen richtig in den Boden. Gut tat das. Arme und Beine wurden wieder beweglich. Wir krochen aus dem Laub hervor, ließen uns dann von der Sonne wärmen, fingen ein paar Fliegen und machten uns auf zum Waldtümpel. Es ist ja gar nicht weit vom Winterwald aus. Aber plötzlich war da ein Hügel, ein Damm. Mühsam hopste ich hoch. Als ich oben war, bebte plötzlich die Erde und, ein großer Wasserschwall spritzte mir entgegen. Ich bekam einen solchen Schreck, dass ich den ganzen Wall wieder hinunterpurzelte."

,,Das war bestimmt ein Auto, vielleicht sogar ein Lastwagen", ergänzte Petra. ,,Ein scheußliches, gefährliches Ungeheuer jedenfalls, und es hat meine Brüder und Schwestern einfach zermalmt, plattgewalzt - und nicht einmal gefressen hat es sie!" ,,Gibt es keinen anderen Weg zum Waldtümpel?" ,,Einen anderen Weg? Nein, der Autodamm liegt genau zwischen dem Schlafwald und dem Waldteich." ,,Das ist schlimm", sagte Petra. ,,Autos sind so schnell, dass ihnen kein Frosch ausweichen kann."

,,Aber es kommt noch schlimmer", sagte der Oberfrosch und wurde dabei ganz blas. ,,Stell dir vor, seit einer Woche kommen große Lastwa­gen, fahren dann die Straße hinunter bis zum Teich. Sie sind vollgela­den mit Steinen und Erde. Und dann gibt es einen ohrenbetäubenden Lärm, Steine prasseln und Wasser spritzt."

,,Was?!" rief Petra. ,,Die Menschen schütten euren Tümpel zu? Er ist doch euer Zuhause. Und eure vielen Kinder, die Kaulquappen?" ,,Die sind alle begraben, lebendig begraben," sagte der Frosch. ,,Das ist gemein, Dicki, das darf nicht sein. Da müssen wir etwas tun!" Petra sprang auf und Dicki purzelte zu Boden. Petra hatte ganz verges­sen, dass Dicki auf ihrem Bauch gesessen hatte. Aber Dicki war Stolpern gewohnt. ,,Das dürfen wir uns nicht gefallen lassen!" rief Petra, ,,Zuerst diese Straße und dann wird auch noch der Teich zugeschüttet. Komm Dicki ich rufe meine Freunde zusammen, und dann werden wir weitersehen." Petra sprang auf die Straße, und Dicki hüpfte hinterher. Petra blieb ste­hen, steckte zwei Finger in den Mund. Ein gellender Pfiff erscholl. Hinter der Hecke tauchte ein klebriger Kopf mit langen Haaren und blauen Augen auf. Gleich danach kam auch der lange Hans angeprustet. “He, was ist los?" fragte Gitta. ,,Großer Einsatz! Hier, mein Freund Dicki, der Grasfrosch, hat mir schlimme Sachen erzählt." ,,Dein Freund Dicki! Ich lach mich kaputt. Meinst Du den Frosch vom Waldsee?",,Da ist er doch", sagte Petra, und dann erzählte sie, was sie erfahren hatte....,,Und was machen wir jetzt?" fragte Gitta. ,,Ich weiß," sagte Hans, ,,wir tragen die Frösche über die Straße zurück." ,,Aber wenn die Lastwagen kommen und die Frösche zuschütten?" ,,Hm," machte Hans, ,,wir pflanzen einfach Büsche in die aufgeschüttete Erde. Weiden vielleicht und ein paar Birken. Und dann machen wir ei­nen Zaun um den See und stellen Zelte auf, dann kommt bestimmt kein Lastwagen mehr!" ,,Das ist eine gute Idee", quakte Dicki. ,,Aber schaffen wir drei es denn?" meinte Gitta. ,,Da trommeln wir alle Kinder aus der Schule zusammen", sagte Hans. ,,Samstag und Sonntag haben wir ja Zeit, und Montag muss alles fertig sein. Und es war fertig! Wie die Eichhörnchen hatten die Kinder geschafft, waren nicht einmal zum Mittag nach Hause gegangen. Sie holten Schubkarren, Schaufeln und Spaten. Sie schnitten Weidenreiser und steckten sie in die Erde. Sie gruben Birken aus, setzten Zaunpfahle, zo­gen Drähte und bauten Zelte auf - rings um den Teich. Als alles fertig war, machten sie ein großes Lagerfeuer und Gitta spielte auf der Gitarre das Lied von den Fröschen. Und immer wenn eine Strophe zu Ende war, quakten alle Frösche und Kröten im Refrain. Den Fröschen und Kröten gefiel es im Weiher so, dass sie ganz vergaßen, über die gefährliche Straße zu hopsen, und die Kinder warteten lange vergeblich mit ihren Eimern. Petra machte die Augen auf. ,,Dicki!" rief sie, ,,Wo bist Du?" - oder war es nur ein Traum? Aber die Straße, die wurde doch schon ge­baut! Petra lief ins Haus. ,,Hallo Mutti," rief sie, ,,ich brauche einen Ei­mer, wir gehen heute Abend Kröten retten. Gitta, Hans und die anderen gehen auch mit."

Anmerkung:

Den Inhalt der Geschichte könnt Ihr mit folgenden Fragen erarbeiten und vertiefen: Habt Ihr auch schon mal unter einem Apfelbaum oder einem anderen großen Baum gelegen? Woran habt Ihr dabei gedacht?

Habt Ihr schon mal einen Grasfrosch gesehen?

Wie würde sich wohl ein Frosch hier in der Umgebung fühlen? Gibt es hier ebenfalls zu viele Straßen?

Was ist der größte Feind der Amphibien?

Was kann man gegen ihntun?

Kennt Ihr Tümpel, in denen Amphibien vorkommen?

Was würdet Ihr tun, wenn dieser Tümpel/ein Amphibientümpel zugekippt würde?